5 Gründe, warum Festbrennweiten für Kinderfotos besser sind, als Zoom-Objektive

Zoom-Objektiv oder Festbrennweite? Welches Kamera-Objektiv soll ich mir kaufen? Was macht für Eltern im Familienalltag mit Babys und/oder kleinen Kindern mehr Sinn? 5 unschlagbare Argumente, warum Du in eine Festbrennweite investieren solltest.

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Du hast Mr. Google gefragt. Letzte Woche, vorgestern und heute auch. Freunde hast Du gefragt und Deinen Mann. Aber Du verstehst nur Bahnhof.  Zu viel Auswahl. Zu viel Technikvokabular. Auf die Frage "Welches Objektiv soll ich mir kaufen?" hast Du immer noch keine Antwort.  

Die Suche hat ein Ende. 

 

Zoom kenne ich, aber was ist eine Festbrennweite? 

 

Wenn Du Dir eine Spiegelreflexkamera kaufst, wird diese meistens mit einem Zoom-Objektiv geliefert. Auf dem Objektiv steht dann so eine wunderliche Zahlenreihe wie 18 - 55mm Objektiv 1:3,5 - 5,6. Was das wohl bedeutet? 18 - 55mm steht für die Brennweite, also den Bildausschnitt.

Das, was auf dem Foto drauf ist, wenn Du den Auslöser drückst.

Mit dem Zoom kannst Du den Bildausschnitt ruckzuck verändern, von 18mm bis zu 55mm. Du kannst ganz viel auf dem Foto drauf haben (18 mm) oder, wenn Du ganz weit ranzoomst, nur einen kleinen Bildausschnitt (55 mm). 

Festbrennweiten sind Objektive, die keinen Zoom haben. Es gibt nur eine einzige feste Brennweite, zum Beispiel 35mm. Zoom-Objektive haben Vorteile, keine Frage. Aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass für Eltern im Familienalltag eine Festbrennweite die bessere Wahl ist, wenn Du manuell oder mit der Halbautomatik fotografierst.

Fast alle Shootings, die Du auf dieser Website siehst, habe ich mit nur zwei Festbrennweiten fotografiert (35mm und 50mm).

Gleich wirst Du verstehen, warum.

 

5 gute Gründe, warum sich eine Festbrennweite lohnt

 

Wenn Du dabei bist, manuell fotografieren zu lernen, solltest Du Dir früher oder später eine Festbrennweite zulegen. Du wirst schnell merken, dass Du mit dem Kit-Objektiv Deiner Spiegelreflex- oder Systemkamera an die Grenzen kommst. Mit einer Festbrennweite wirst Du im manuellen Modus noch schönere Bilder zaubern können. 

Nikon 50mm Festbrennweite, Blende f/2.2

Nikon 50mm Festbrennweite, Blende f/2.2

1. Klein, handlich und leicht

 

Eine Spiegelreflexkamera wiegt schon ganz ordentlich. Und dann noch mit einem Zoom-Objektiv vorne dran? Da tun mir schon nach ein paar Minuten meine kleinen Hände weh. Nimm mal in die eine Hand eine kleine, federleichte 35mm oder 50mm Festbrennweite und in die andere ein großes, schweres Zoom-Objektiv. Du wirst sofort den Unterschied merken.

Letztens meinte eine Mama zu mir: "Ich fotografiere mit der Spiegelreflex nur zu Hause. Mit dem großen Objektiv vorne dran ist mir das zu viel Geschleppe für unterwegs mit den Kindern. Ich hab ja eh schon so viel Zeug dabei."

Kann ist nur zu gut verstehen. Geht mir genauso. Auch ohne Kinder.

Eine Kamera mit kleiner Festbrennweite kannst Du locker in die Handtasche stecken. Mit einem klobigen Zoom-Objektiv wird das schon schwieriger. Und letztlich geht es doch darum, die Kamera schnell griffbereit zu haben, oder? Die kostbarsten Kindheitsmomente kann man nicht planen. Sie sind oft flüchtig und spontan. Da ist leichtes Fotoequipment Gold wert.

 

Und mit einer kleinen Festbrennweite wirkt Deine Kamera lange nicht so riesig und einschüchternd, wie mit einem langen Zoom. Das ist, wenn man Kinder fotografiert, auch von Vorteil.

 

2. Licht ist alles! 

 

Fotografieren bedeutet mir Licht malen. Das heißt, Licht ist alles! Ohne Licht kein vernünftiges Kinderfoto. Und gerade bei Kinderfotos braucht man soviel natürliches Tageslicht wie möglich, um verwackelte, unscharfe Bilder zu vermeiden.

Noch ein Argument mehr für Festbrennweiten.

Wenn es Dir wichtig ist, Deine Kinder zu Hause in der Wohnung zu fotografieren und Du möglichst authentische Bilder mit natürlichem Licht (ohne Blitz!) machen möchtest, brauchst Du ein lichtstarkes Objektiv. Denn drinnen ist es oft ganz schön dunkel, vor allem im Winter.

Was ist ein lichtstarkes Objektiv? Ganz einfach gesagt, ein Objektiv, dass viel Licht in die Kamera bzw. auf den Sensor in der Kamera lässt. 

Die kleinste mögliche Blendenzahl (Anfangsblende) ist auf der Vorderseite des Objektivs eingraviert. Bei diesem Nikon-Objektiv steht "AF-S NIKKOR 35mm 1:1.8G" auf der Vorderseite. Die kleinste Blendenzahl ist also f/1.8.

 

Je kleiner diese Zahl ist, desto mehr Licht lässt das Objektiv in die Kamera!

 

Viele Spiegelreflexkameras sind mit einem relativ günstigen Kit-Objektiv ausgestattet, zum Beispiel einem 18 - 55mm Objektiv 1:3,5 - 5,6. Das heißt, die kleinste mögliche Blendenzahl ist f/3.5 oder auch nur f/5.6, je nachdem ob Du gerade den Zoom ausgefahren hast oder nicht. 

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Es ist ein Riesenunterschied, ob Du bei schlechten Lichtverhältnissen eine Blende von f/1.8 oder nur f/5.6 nimmst. Da liegen mehrere Blendenstufen dazwischen! Das ist eine Menge Licht, die Dir durch die Lappen geht. 

Das Resultat: unscharfe, verwackelte Kinderfotos, weil die Kamera eine (zu) langsame Verschlusszeit wählt, um das Foto richtig zu belichten.

Es gibt auch lichtstarke Zoom-Objektive. Die kosten aber (weit) über 1.000 Euro. Eine gute Einsteiger-Festbrennweite gibt es schon für etwas mehr als 100 Euro. 

 

Warum eine kleine Blendenzahl bedeutet, dass wir eine große Blendenöffnung haben und somit viel Licht in die Kamera kommt, kannst Du hier nachlesen: {Teil 3} Blogserie Manuell fotografieren - Blende und Schärfentiefe

Nikon 50mm Festbrennweite, Blende f/1.8

Nikon 50mm Festbrennweite, Blende f/1.8

Im dunklen Wohnzimmer bei Gegenlicht fotografieren? Mit einem lichtschwachen Standard-Zoom undenkbar. Mit einer Festbrennweite kein Problem. Blende f/1.8 lässt viel Licht in die Kamera und der Hintergrund verschwimmt schön.

 

3. Magische Kinderportraits

 

Mit einer Festbrennweite kannst Du wundervolle Kinderportraits machen. Wie das geht, kannst Du hier nachlesen:

5 goldene Regeln für zeitlose Kinderportraits wie vom Profi

Wenn Du bei Euch zu Hause fotografierst, kannst Du mit einer Festbrennweite nicht nur bei wenig Licht gute Fotos machen, sondern als schönen Nebeneffekt auch noch wunderbar Dein Kind vom Hintergrund abheben. Je kleiner die Blendenzahl, desto mehr verschwimmt der Hintergrund und man bekommt ein tolles, freigestelltes Portrait. Und das klappt mit einer Blende von f/1.8 besser, als mit f/3.5. 

 

4. Kreativere Kinderfotos

 

Na klar ist es bequemer und praktischer, wenn Du Dich nicht bewegen musst, um den Bildausschnitt zu verändern. Ranzoomen ist eindeutig einfacher. Deine Füße zu benutzen ist, braucht mehr Einsatz, als einmal mit dem Zeigefinger zu zucken, um das Fotomotiv näher ranzuholen.

Mit einer Festbrennweite lernst Du allerdings, bewusster zu fotografieren und letztlich besser Bilder zu machen. Du machst Dir viel mehr Gedanken, wie das fertige Bild aussehen soll, bevor Du auf den Auslöser drückst.

Der fehlende Zoom ist kein Nachteil, sondern ein klarer Vorteil! Und als Fotograf muss man auch mal auf Knien durch die Wohnung rutschen oder im Schlamm waten, um das beste Foto rauszuholen. Und wenn Du näher dran sein willst, läufst Du halt ein paar Meter. Das kann richtig Spaß machen!

 

5. Preisgünstig

 

Die meisten Festbrennweiten fangen mit einer Anfangsblende von f/1.8 an und hier gibt es günstige Einsteiger-Objektive für nur 100 - 200 Euro. Die klassische Portrait-Brennweite ist die 50mm Brennweite. Wenn man einen größeren Bildausschnitt haben möchte, nimmt man 35mm. Auch damit kann man schöne Portraits machen. 

Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1.8G

Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1.8G

Auf die Frage "Soll ich mir eine 35mm oder 50mm Festbrennweite kaufen?", würde ich Eltern antworten: Eine 35mm Festbrennweite.

Wenn Du Deine Kinder viel zu Hause in Alltagssituationen fotografieren möchtest, wirst Du mit 35mm glücklicher sein, da Du damit auch in kleinen Räumen relativ viel aufs Foto bekommst. Das kannst Du mit Deinem Zoom-Objektiv 18 - 55mm mal austesten. Fotografiere eine Weile nur mit 35mm und dann mit 50mm. So hast Du einen guten Vergleich.

Meine erste Festbrennweite, mit der ich lange fotografiert habe, war das Nikon AF-S DX Nikkor 35mm 1:1.8G Objektiv, das weniger als 200 Euro kostet. Eine weitere günstige Festbrennweite für etwa den gleichen Preis ist das Nikon AF-S Nikkor 50 mm 1:1.8G. Beides sind solide Objektive mit toller Schärfe.

Auch Canon hat sehr gute Einsteiger-Festbrennweiten für den kleinen Geldbeutel, leider nur mit einer Brennweite von 50mm. Das Canon EF 50mm 1:1.8 Objektiv kostet ca. 100 Euro. Das lichtstärkere Modell Canon EF 50mm 1.4 liegt bei 320 Euro. Es ist qualitativ etwas besser, leiser und schneller beim Fokussieren als das günstigere 50mm-Objektiv.

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Auch andere Hersteller, wie Sigma und Tamron haben gute Einsteiger-Festbrennweiten, die allerdings etwas teurer sind. Anders sieht es hier bei Sony aus. Das Sony 35mm f/1.8 und 50mm f/1.8 gibt es jeweils für unter 200 Euro.

 

Fazit

 

Festbrennweiten sind für den Alltag mit Kleinkindern eine super Sache. Sie sind meistens kleiner, günstiger und lichtstärker, als Zoom-Objektive. Und sie inspirieren Dich, bewusster und kreativer zu fotografieren. Mit einer 35mm-Festbrennweite kann man nicht nur schöne, freigestellte Kinderportraits machen, sondern auch in kleinen Räumen fotografieren. 

Wenn man in einigen Situationen doch mehr Flexibilität haben möchte, kann man das Kit-Zoom-Objektiv trotzdem weiterhin nutzen. Der (zusätzliche) Kauf einer Festbrennweite lohnt sich aber in jedem Fall! 

 

Hast Du Fragen? 

Jetzt bin ich gespannt auf Deine Erfahrungen! Fotografierst Du lieber mit Zoom oder Festbrennweite? Welche Brennweite ist Dein Favorit? Schreib mir gerne in den Kommentaren, ich freue mich immer über Feedback!