Kinder-Café Adele & Clodwig - Hamburg Ottensen - Café Story

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Ich freue mich, Euch heute ein weiteres Kindercafé vorzustellen! Nach dem Apfelkind in Bonn und dem Rosinchen in Berlin hatte ich vor kurzem das Vergnügen, die Inhaberin vom Eltern-Kind-Café Adele & Clodwig, Tanja Böhm-Rupprecht, in Hamburg kennenzulernen. Ende 2011 eröffnete Tanja im Stadteil Ottensen in einer ehemaligen Apotheke ihr familienfreundliches Café mit einer Spielecke für die Kleinen und genug Platz für mehrere Kinderwagen direkt im Café. Mit Babys und Kleinkindern können junge Eltern hier in heimeliger Atmosphäre ganz entspannt eine Auszeit vom Alltag nehmen, einen Wickeltisch gibt es natürlich auch und beim Stillen wird man nicht schief angeschaut. 

Das gemütliche Café in der Bahrenfelder Straße 43 geht direkt in einen kleinen Laden über, wo man viele schöne Kindersachen findet, von handgearbeiteten Spieluhren über Schnullerbänder bis zu Stofftieren. Auch die breite Auswahl an Wohnaccessoires und Schmuck skandinavischer Labels sowie kulinarischen Kleinigkeiten von Hamburger Manufakturen lädt zum Stöbern ein. Und das Besondere ist, dass man die liebevoll restaurierten Tische im Café auch kaufen kann. Da schmecken die leckeren Kuchen und Waffeln gleich noch besser!

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Wie kam es zur Gründung von Adele & Clodwig?

Ich bin eigentlich Schifffahrtskauffrau und war fast 14 Jahre ganz glücklich. Durch die Wirtschaftskrise ist leider ein Teil meines Jobs weggebrochen und es wurde langweilig. Ich hatte eine Art "Bore-out". Meine Schwester hatte sich ein Jahr zuvor mit einem Kosmetikstudio selbstständig gemacht und ermutigte mich, es auch zu versuchen. Das tollste Gefühl wäre es, morgens den Schlüssel im eigenen Laden umzudrehen.  

Kurz darauf erfüllte ich mir einen (Reise-)Traum und reiste allein zum Mekong, wo ich viel über ihren Vorschlag nachdachte. Tag und Nacht - drei Wochen lang!!! Ich kam nach Hause, arbeitete einen Tag und kündigte am zweiten.

Ich plante eigentlich nur einen Laden. Mit feinen Sachen aus Skandinavien und kleinen Hamburger Labels. So ein richtiger Stöberladen sollte es sein. Als ich aber die Räume fand, erinnerte ich mich an ein Konzept, das ich in Stockholm gesehen hatte und toll fand. Ein Laden mit kleinem Café. Shoppen mit Kaffee in der Hand. Und so kam es, dass ich plötzlich Laden & Café Inhaberin geworden bin.

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Was hast Du vorher gemacht?

Ich habe 14 Jahre bei Hanjin Shipping in der Equipment Kontrolle gearbeitet. Mein Job war es, sicherzustellen, dass immer Container zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zum richtigen Geld waren. Ich habe Container angemietet und wieder abgemietet. Jeden Tag habe ich mit den Depots geschnackt, mit Truckern und den Leuten vom Hafen. Ein sehr typischer Hamburger Beruf.

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Wie bist Du auf den Names Deines Cafés Adele & Clodwig gekommen?

Das waren die Wellensittiche meiner Großeltern.

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Lieblingsecke in Deinem Café?

Wie alle finde ich den Platz auf der großen, blauen Bank ganz fein. Aber am häufigsten (gerade im Winter) sitze ich auf den Bänken im Schaufenster. Unter mir die Heizung, der Blick auf die Straße und die Leute, die vorbeiflanieren. Einen Earl Grey in der Hand und eine duftende Waffel vor mir. Dann ist alles bestens!

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Lieblingskaffee und Lieblingskuchen?

Kaffee trinke ich nur schwarz, da bin ich ganz langweilig. Mein Lieblingsgetränk ist heißer Altländer Apfelsaft mit frischem Ingwer und Zimt. Dazu ein Stückchen Käsekuchen!

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    Soundtrack Deines Cafés?

    Ein Mix aus Alt und Neu ... Adam Green, Arcade Fire, Bahamas, Beatles, Gloria, Jupiter Jones, Kakkmaddafakka, La Roux, Michael Jackson, Mika, Lloyd Cole, Miss Li, Vampire Weekend, Shantel ...

    Wie läuft's?

    Ich bin zufrieden. Es könnte immer besser laufen. Nach 4 Jahren bin ich recht bekannt, aber im Sommer fehlen mir die Außenplätze. Ich habe zwar einen Innenhof, aber da können nur ca. 10 Leute sitzen. Noch nennt mein Steuerberater es eine "Liebelei". Aber ich kann davon leben und kann sogar mal in den Urlaub fahren (gaaanz wichtig).

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    Wie fühlt es sich an, ein eigenes Café zu betreiben?

    Ich bin stolz. Wenn die Leute ankommen, sich umsehen, hinsetzen, und mit einem Lob auf den Lippen wieder gehen. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Neulich rief ein Kind: Schau mal Mama, da ist die vom Vögelchen-Cafe, gehen wir da bald wieder hin? Großartig!!

    Was ist das Schwierigste daran, Café-Besitzerin zu sein?

    Das Geld - immer ein großes Thema... und das viele Stehen und Laufen. Uff! Früher hatte ich ja einen sitzenden Job. Jetzt gehe ich um 9 aus dem Haus und um 19 Uhr setze ich mich das erste mal wieder hin. Da weiß man, was man getan hat!!

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    Was hättest Du so nicht erwartet?

    Dass ich über das erste Jahr hinauskomme. Dass sooo viele Menschen mir sagen, wie schön sie den Laden und das Cafe finden. Da bin ich manchmal den Tränen nahe. Und dass sich so viele nette Freundschaften durch den Laden entwickeln. Mit Händlern, Kunden, Nachbarn. 

    Welchen Rat würdest Du neuen Café-Gründern mit auf den Weg geben?

    • Sich von Anfang an helfen lassen durch Steuerberater, Handelskammer etc.
    • Auch mal Urlaub machen!
    • Deine Mitarbeiter lernen von DIR. Eine gute Einarbeitung ist unverzichtbar. Die gute Atmosphäre unter den Mitarbeitern fördern. Mal ein Sektchen zusammen trinken, sich austauschen.
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    Welche Begegnungen mit Gästen sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?

    Ich habe eine Familie die jetzt seit vier Jahren alle ihre Familienfeste bei mir feiert. Hochzeit, 90. Geburtstag von Uroma, 70. Geburtstag von Opa, Geburt eines Kindes. Mir ist die ganze Familie schon so etwas an Herz gewachsen!

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    Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

    Dass mein Laden noch lange bestehen bleibt, dass mich viele Leute besuchen und dass ich irgendwann schuldenfrei bin!

    Welches Café kannst Du uns als nächstes empfehlen?

    Natürlich das von meiner Bäckerin Monika: Mokis Goodies! Sie bäckt den besten Kuchen der Welt und das sage ich nicht nur weil ich ihn verkaufe! Ich schwöre! Ausserdem ist sie ganz reizend, ihr Cafe super gemütlich und das Frühstück eine Bombe!

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