4 effektive Wege, wie Du Deine Foto-Nachbearbeitung um 50% reduzierst

Heute zeige ich Dir, wie Du als Fotograf/in Deinen Workflow und die Bildbearbeitung mit Lightroom und Photoshop nach dem Fotoshooting optimierst und bei der Foto-Nachbearbeitung am PC wertvolle Zeit sparst. 

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Alle denken, als Fotograf macht man den ganzen Tag nur eins: Fotografieren. Hach, schön wär's! Der richtige Batzen Arbeit beginnt aber erst, wenn man mit den Fotos nach Hause kommt. Am PC sitzt man jetzt nämlich stundenlang an der Sichtung, Auswahl und Bearbeitung der Fotos.

Malt man sich zu Beginn der Selbstständigkeit das Leben als Fotograf noch in den buntesten Farben aus, landet man nach kurzer Zeit ernüchtert in der schnöden Realität. Wenn die Zeit vor dem Rechner überhandnimmt, macht irgendwann auch das Fotografieren keinen Spaß mehr.

Damit das nicht passiert, zeige ich Dir heute 4 Wege, wie Du bei der Nachbearbeitung Deiner Fotos wertvolle Zeit sparst.

 

1. Bewusster fotografieren

 

Wenn Du beim Familienshooting nur 500 anstatt 1000 Fotos machst, wirst Du nur halb so viel Zeit für die Nachbearbeitung brauchen. Dies gelingt, indem Du bewusster fotografierst. Also erst dann den Auslöser betätigst, wenn das Foto stimmt! Bei Familienshootings ist das nicht so einfach, schließlich hat man hier Kinder vor der Linse. Da ist nix mit planen. Hier kommt es auf Schnelligkeit und ein Gefühl für den richtigen Moment an.

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Ganz am Anfang meiner Selbstständigkeit habe ich bei Shootings wahnsinnig viele Bilder gemacht. Aus Angst, nicht genug gute Fotos mitzunehmen. Also hab ich alles fotografiert, was ging. „Ratatatatatatata“. So ging das im Sekundentakt. Bis ich mal diesen Satz gelesen habe: „Don’t be a luck shooter.“ Da wurde mir klar, dass ich genau das war. Eine Fotografin, die auf „gut Glück“ fotografiert.

Also habe ich überlegt, wie ich sicherer werden kann. Im Umgang mit der Kameratechnik. Mit wenig Tageslicht (bei Homestorys). Mit meiner Vision. Und mit meiner Bildsprache.

Denn mehr Sicherheit = weniger Angst.

Ich habe überlegt: Was bin ich? Welche Situationen sind mir wichtig? Wie fotografiere ich diese? Wie vermeide ich Verwacklungen bei großer Blende und langsamer Verschlusszeit?  All die Situationen, die mir ein flaues Gefühl verursacht haben, habe ich geübt. Zu Hause, mit Freunden, beim Shooting. Immer wieder, bis ich es konnte.

Und dann hatte ich keine Angst mehr. Zu wenig scharfe Fotos zu haben. Zu wenig Auswahl für die Familien. Zu wenig von mir. Mein Finger klebt schon lange nicht mehr am Auslöser.

Sei kein Panikfotograf, der auf gut Glück fotografiert mit der Hoffnung, dass am Ende was Gutes dabei ist! Lerne und beherrsche Dein Handwerk. Das fühlt sich nicht nur richtig gut an. Du sparst auch noch unheimlich viel Zeit nach dem Shooting.

 

2. Photo Mechanic

 

Folgende Situation: Man kommt als Familienfotografin mit 500 Bildern nach Hause. Hiervon bleiben 50 – 100 Bilder übrig. Ein einziges Foto hat bei mir 45 MB. Das sind eine Menge Daten. Will man jetzt hunderte Bilddateien in dieser Größe auf einmal öffnen, braucht man ein gutes Programm. Und hier ist Photo Mechanic Gold wert! Während Lightroom noch sekundenlang die Vorschau eines Bildes lädt, hat man sich bei Photo Mechanic schon durch 20 Fotos geklickt.

Mit Photo Mechanic gehe ich die Aufnahmen des Shootings ruckzuck in einer halben Stunde durch und markiere nach Bauchgefühl meine Auswahl mit einem Sternchen. Dieses "Best Of" exportiere ich in einen Ordner auf meiner (externen) Festplatte. Und die restlichen Fotos, die es nicht in die engere Auswahl geschafft haben, bleiben halt auf der Speicherkarte und werden bei der nächsten Formatierung gelöscht.

Das ist tausendmal schneller, als wenn man es genau anders herum macht: Jedes einzelne Fotos, das man nicht haben möchte, zu löschen. Wenn Du hunderte Mal "Löschen-Bestätigen" geklickt hast, weißt Du was ich meine. 

Schnell und intuitiv eine Auswahl zu treffen, ist enorm wichtig, wenn man die Nachbearbeitung reduzieren will. Denn wer sich schwer tut mit Entscheidungen und stundenlang hin- und herüberlegt, welches denn nun die besten Fotos sind, wird viel Zeit verschenken. 

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3. Bildbearbeitung: Weniger ist mehr!

 

Als ich mich 2013 selbstständig gemacht habe, habe ich Stunden und Tage damit verbracht, in Photoshop einen Filter nach dem anderen über jedes einzelne Bild zu legen. Mir wird ganz schummerig, wenn ich daran denke, wie viel Lebenszeit ich damit zugebracht habe, meine Bilder zu perfektionieren.

Damals fand ich die völlig über-bearbeiteten Bilder mit zu viel Kontrast und Sättigung schön. Heute nicht mehr.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich zeitlose Bilder schaffen möchte mit klaren, hellen, leuchtenden Farben. Auch damit die Familien, die mich wiederholt buchen, nicht jedes Jahr eine andere Farbpalette in ihren Familienalben haben. Ich möchte ihnen ein zeitloses Produkt geben, dass sie sich in 20 oder 40 Jahren auch noch gerne anschauen. 

Wie sieht meine Bildbearbeitung heute also aus? Ganz simpel! 

Anfangs habe ich meine Fotos nur mit Photoshop bearbeitet, bin aber schnell auf Lightroom umgestiegen, was die Bildbearbeitung um einiges schneller gemacht hat. Ich habe mir vor einiger Zeit in Lightroom ein ganz einfaches Preset mit meinen beliebtesten Einstellungen angelegt. Das lege ich über alle meine Foto und passe dann bei jeder Aufnahme noch den Weißabgleich, die Belichtung und eventuell ein paar andere Grundeinstellungen an. Das war's! 

Einen Teil meiner Bildbearbeitung lagere ich mittlerweile komplett aus, darüber habe ich hier schonmal geschrieben: Selbst und ständig? Nicht mit mir! 3 Strategien für mehr Zeit und ein glücklicheres Leben

 

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4. Bilder entstehen in der Kamera


Die "weiche", innige Bildsprache, die ich so liebe, der entsteht in der Kamera. Also beim Fotografieren. Die Bearbeitung ist nur das i-Tüpfelchen. Lange Zeit dachte ich, dass man durch die Bildbearbeitung und die Presets eine bestimmte Bildwirkung erzeugt.

Die Fotobearbeitung kann eine Bildstimmung natürlich noch verstärken, aber das Bild entsteht während Du auf den Auslöser drückst. In dem Moment, in dem die Komponenten Licht, Blende, Perspektive, Gefühl usw. zusammenkommen. So ersparst Du Dir im Nachhinein auch stundenlange Korrekturen und Nachbearbeitungen.

 

Zum Schluss noch ein Tipp, auf den mich der Fotograf Fokke Hassel gebracht hat: Hinterfragt regelmäßig Eure eigenen Arbeitsabläufe! Oft arbeitet man als Fotograf so vor sich hin mit festgefahrenen, umständlichen Strukturen. Es kann sehr hilfreich sein, sich ab und zu mal von einem Kollegen über die Schulter schauen zu lassen. So bekommt man Inspirationen, wie es noch besser (und einfacher) geht.

 

Noch mehr Tipps für einen zeitsparenden Workflow vor dem Shooting findest Du in meinem eGuide 10 zeitsparende Arbeitsschritte von der Anfrage bis zum Familienshooting.

Wie geht es Dir mit der Nachbearbeitung? Brauchst Du sehr lange? Bist Du schneller geworden? Wenn Du Tipps hast, wie man hier Zeit sparen kann, schreib sie mir gerne in den Kommentaren! 

 

 
 
 

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