Nie wieder verwackelte Kinderfotos! Mit diesen 3 einfachen Tricks klappt's!

Nikkor 35mm/1.8, 1/500 sec, f/4.5, ISO 640 

Nikkor 35mm/1.8, 1/500 sec, f/4.5, ISO 640 

Letztens fragte mich eine Mama, ob ich ihr einen Rat geben könnte:

"Meine Kinder sind entweder zu schnell oder ich kriege die Technik nicht schnell genug an die sich verändernden Bedingungen angepasst, wenn ich bei uns zu Hause Bilder mache. Aus lauter Frust nehme ich nun doch wieder öfter das Handy, das ist unkomplizierter."

Geht's Dir auch so?

Du hast eine tolle Spiegelreflexkamera und freust Dich. Denn jetzt werden bestimmt alle Familienfotos traumhaft schön. Nach vielen verwackelten Kinderfotos im Automatik-Modus, merkst Du aber:

Es reicht nicht, eine Profi-Kamera zu haben. Man muss wissen, wie man sie bedient. 

Aber diese vielen Rädchen und Tasten! Die ganzen technischen Fachwörter! Und woher sollst Du bitte die Zeit nehmen, das alles zu lernen? Schließlich hast Du als Mama 1000 andere Dinge auf Deiner To-Do-Liste. 

Eigentlich möchtest Du nur, dass Dir jemand in 5 Minuten erklärt, wie das geht und welche Knöpfe Du drücken musst.

Hier also eine ganz einfache Anleitung. Ohne umständliches Technik-Fachsimpeln. Versprochen!

Nur eins vorweg:

Durch-die-Gegend-springende Kinder bei schlechten Lichtverhältnissen drinnen zu fotografieren (egal mit welcher Kamera), ist wie eine Weihnachtsgans zu braten, wenn Du den Ofen seit zehn Jahren nicht mehr benutzt hast. Das ist schwer, sehr schwer. Auch für mich als Fotografin. Aber mit diesen einfachen Tricks klapp's trotzdem.

Einzige Voraussetzung: eine Spiegelreflexkamera oder Systemkamera.

Erstens.

Wenn Du wenig Licht hast, brauchst Du einen hohen ISO-Wert. Warum, ist erstmal Nebensache. Falls Dir jemand gesagt hat, dann werden die Bilder wegen dem ISO-Rauschen krisselig oder verpixelt, stimmt nicht. Richtig dolles Rauschen habt Ihr bei einer guten Spiegelreflexkamera erst ab ISO 1600 oder höher.   

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Zweitens.    

Die sicherste Methode, Verwacklungen zu vermeiden, ist der Blendenautomatik-Modus. Das heißt, dass die Kamera die Blende automatisch wählt, die kurze (!) Verschlusszeit wird aber von Dir eingestellt. Manuell. Bei Nikon findest Du die Blendenautomatik beim Buchstaben "S" am kleinen Rädchen oben, bei Canon heißt das "T" oder "Tv".

Warum? Verwackelte Kinderfotos sind meistens das Resultat einer zu langsamen Verschlusszeit. Vor allem, wenn Du im Automatik-Modus aus der Hand fotografierst, wird die Kamera in dunklen Räume einen Wert einstellen, der in 99% der Fälle zu unscharfen Bildern führt. Wenn Deine Kinder also abends durch die Küche turnen, kann das nichts werden. 

Um das zu verhindern, stellen wir selber die Verschlusszeit ein und zwar so:

Drittens.

Stelle Deine Verschlusszeit bei spielenden, sich bewegenden Kindern manuell auf 1/250 sec und lass die Kamera den Rest machen. Niedriger sollte der Wert nicht sein. Wenn Deine Kinder auf dem Bett hüpfen oder richtig doll toben, ist eine höhere Verschlusszeit von 1/500 sec sogar noch besser.

Du fragst Dich, wo Du das an Deiner Kamera einstellen kannst? Eine kleine Videoanleitung findest Du für Nikon-Kameras hier (ab 3:50) und für Canon-Modelle hier.

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Auch ganz wichtig: Sehr, sehr viele Fotos machen.

Je mehr Fotos Du machst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Fotos was werden. Es gibt noch ein paar andere Punkte zu bedenken, aber um es nicht zu kompliziert zu machen, reichen diese 3 Tipps erstmal als Info. Damit wirst Du nicht in allen Situationen scharfe Aufnahmen bekommen (das hat mit dem Fokus, der Tiefenschärfe und hundert anderen Faktoren zu tun), aber Du wirst viel mehr brauchbare Kinderfotos von schönen Alltagsmomenten haben, als vorher.

Du musst nicht mehr überlegen, welches die richtigen Einstellungen sind. Das übernimmt jetzt die Kamera für Dich. Und zwar besser als im Vollautomatik-Modus.

Und eins nicht vergessen: Übung macht den Meister. Du wirst nur dann besser, wenn Du viel fotografierst und Dich mit Deiner Kamera immer wieder auseinandersetzt. Denn dabei lernst Du, wie die "Kamera sieht" und Du stimmungsvolle Bilder machst. 

Also rann an die Knöpfe!

Wenn ich eins verstehe, dann ist es der Wunsch, einen Familienmoment so einzufangen, dass das Foto die einzigartige Stimmung und Atmosphäre des Augenblicks einfängt, so wie Du ihn empfunden hast. Damit Dir das gelingt, wird es hier bald eine Blogserie dazu geben, wie Du den Manuellen Modus meisterst. Denn das ist der Schlüssel zu schönen Kinderfotos! 

 

Ich bin gespannt auf Euer Feedback in den Kommentaren!