3 traumhafte Wanderwege im Elbsandsteingebirge

Wanderwege gibt es viele in der Sächsischen Schweiz, heute zeige ich Euch drei davon:  Es geht ins Polenztal, auf den Hockstein und von Rathewalde über die Bastei Richtung Schwedenlöcher. Die pure Erholung und von Berlin nur einen Steinwurf entfernt.

wanderwege-elbsandsteingebirge

Das Schöne liegt so nah. Das denke ich oft, wenn ich an der Ostsee bin. Oder im Zug auf dem Weg zum nächsten Familienshooting sitze und die Landschaft an mir vorbeiziehen sehe.

Als ich im Winter an den Sommer dachte, träumte ich von einer Auszeit in der Natur. Mit kühler Bergluft und rauschenden Bächen, fernab von Hitzerekorden und überfüllten Stränden. Schwüle Sommernächte und noch heißere Sonnentage sind nichts für mich.

Ich mag Strickjackenwetter.  

Mitte August fuhren mein Freund und ich also zum Wandern ins Elbsandsteingebirge nach Sachsen. Nach knapp 2,5 Stunden Autofahrt waren wir da. So schnell kann man im Urlaub sein. Herrlich. Es war noch viel schöner, als ich es mir erträumt hatte. Schöner, als alle Erzählungen, die ich vorher gehört hatte. Es war so malerisch und entspannend, dass ich Euch unbedingt davon erzählen möchte.

Falls Ihr auch mal raus möchtet. Abschalten. Mit wenig Menschen und viel Natur. Ohne lange Anfahrt von Berlin.

Beginn der Wanderung in Rathewalde (rechts) und Schwedenlöcher (links)

Beginn der Wanderung in Rathewalde (rechts) und Schwedenlöcher (links)

1. Rathewalde - Amselfall - Bastei - Felsenburg Neurathen - Schwedenlöcher (ca. 3 - 4 h)

 

Das ist der Klassiker in der Sächsischen Schweiz. Googelt man Elbsandsteingebirge, findet man sofort Bilder von der Bastei, die berühmteste Felsenformation dieses einzigartigen Mittelgebirges. 

Wir waren am Sonntag dort, was nicht ganz so clever war. So viele Menschen! Fast mehr, als Bäume im Wald.

Aber wenn man da oben ist und in die Weite des Elbtals schaut, auf die Basteibrücke und den Lilienstein, ein Panorama schöner als das andere, dann versteht man, warum dies eines der beliebtesten Ausflugsziele ist. Und auch wenn dieser Wanderweg nicht so besinnlich und ruhig ist, wie die anderen beiden Wanderwege (weiter unten), lohnt er sich auf jeden Fall.

wandern-bastei-karte

Wir haben die Wanderung in Rathewalde begonnen, ganz in der Nähe der Gaststätte Lindengarten ("Standort" siehe Karte). Zwischen Schluchten entlang kleiner Bäche ging es zunächst Richtung Amselfall. Hinter dem idyllischen Amselsee hieß es eine ganze Weile Treppensteigen.

Oben angekommen vergaßen wir sofort die Strapazen: was für ein Ausblick! Hinter jedem Felsen, jeder Biegung sieht man noch schönere Landschaften. Und dann steht man auf der Felsenburg Neurathen (2 € Eintritt) und kann sich gar nicht an dieser Kulisse satt sehen. Wenig später trifft man auf Biergärten und Restaurants, wo man sich etwas stärken kann. 

Wenn man dann hinter der Bastei weiterwandert (den blauen Weg entlang) zurück Richtung Amselfall, kommt man durch die Schwedenlöcher. Hier wandert man talwärts inmitten dunkler Schluchten, treppauf, treppab durch enge Felsenformationen zu beiden Seiten. Eine sehr schöne, abwechslungsreiche, kühle Strecke!

Alles in allem haben wir circa 4 Stunden gebraucht, da wir uns viel Zeit gelassen haben. Wenn man zügiger geht mit wenig(er) Pausen, schafft man die Strecke auch gut in 3 Stunden.

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felsenburg neurathen
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Wehlsteinaussicht (rechts) in der Nähe der Bastei

Wehlsteinaussicht (rechts) in der Nähe der Bastei

2. Polenztal (ca. 2 h)

 

Ich habe immer noch das beruhigende Plätschern des kleinen Flusses Polenz im Ohr. Diese Wanderung war das komplette Kontrastprogramm zur Bastei. Hier waren wir tatsächlich (fast) alleine. Alle paar Kilometer kamen uns zwei, drei Wanderer entgegen, aber das war's.

Vielleicht lag es daran, dass wir Montags unterwegs waren oder dass das hier der ultimative Geheimtipp ist, wer weiß?

Wenn ich an diese Wanderung zurückdenke, erinnere ich mich an diese unglaubliche Ruhe, an die Stille des Waldes. Und an dieses unbeschreiblich schöne, unberührte Stück Natur inmitten der riesigen Sandstein-Felsen. Es sah aus, wie im Märchen. Überall lagen riesige, mit Moos und Nadelbäumchen bewachsene Felsenbrocken am Wegrand und umgestürzte Bäume über dem Fluss.

Ich musste an Hans im Glück denken: "Alles, was ich wünsche, trifft mir ein, wie einem Sonntagskind." So fühlte ich mich. Hier fand ich das, wonach ich mich gesehnt habe die letzten Wochen

Wir haben die Wanderung am Gasthaus Polenztal begonnen, wo man gut parken (und speisen) kann. Umgeben von Sandsteinfelsen sind wir Richtung Süden gelaufen, entlang der Polenz bis zur Waltersdorfer Mühle. Eine sehr angenehme, entspannte, leichte Wanderung auf Waldwegen ohne allzu große Steigungen. Hinter der Mühle sind wir weiter den Fluss entlang spaziert, bis wir zu einer asphaltierten Straße kamen. Dort haben wir umgedreht und sind den gleichen Weg wieder zurück gegangen, weil uns die malerische Strecke so gut gefallen hat.

Wir sind nur den letzten, ruhigsten Abschnitt des Polenztal-Weges gelaufen. Man kann auch ab Neustadt durch das ganze Polenztal wandern (ca. 4 - 5 Stunden, 20 Kilometer). 

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3. Lehrpfad Hohnstein (ca. 4 h)

 

Im beschaulichen Hohnstein beginnt an der Felsenburg des Städtchens der Lehrpfad Hohnstein. Auf 36 Tafeln entlang des abwechslungsreichen Weges durch Wälder, Kleinstädte und Schluchten werden die Geschichte der Burg und geologische Besonderheiten entlang des Pfades beschrieben. Man bekommt nicht nur wunderschöne Landschaften und Teile des historischen Bärengartens zu Gesicht, sondern auch die atemberaubende Hocksteinaussicht.

Wenn man nicht den ganzen Weg gehen möchte, lohnt es sich auch, beim Gasthaus Polenztal zu parken. Wenn man hinter dem Gasthaus die Brücke über den Fluss Polenz überquert, kommt man in den Schindergraben. Dieser zauberhafte Schluchtenwald ist Teil des Lehrpfades und entlang eines kleinen Baches geht es hinauf Richtung Bärengarten. 

Oder man wandert in die entgegengesetzte Richtung. Vom Parkplatz des Gasthauses führt der Lehrpfad Hohnstein direkt hoch zum Hockstein. Als wir dort ankamen, konnten wir es kaum glauben. Man fühlte sich wie auf der Bastei, nur ohne die ganzen Menschen!

Der Aufstieg ist etwas beschwerlich, aber definitiv ein Erlebnis. Durch die sehr enge Felsschlucht führen Leitern mit vielen Treppen hinauf zur Aussichtsplattform. Aber es lohnt sich. Oben angekommen hat man vom Hockstein eine tolle Aussicht über das Polenztal und die Felsenlandschaft des Elbsandsteingebirges.

Hier hatte ich leider meine Kamera nicht dabei. Aber manchmal ist es auch schön, ganz im Moment zu sein anstatt zu versuchen, ihn für später einzufangen.

Wart Ihr schonmal auf einem dieser Wanderwege? Hat es Euch auch so gut gefallen? Habt Ihr weitere Tipps für die Sächsische Schweiz oder andere Reiseziele?

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