Dinge, die mir beim Fotografieren durch den Kopf gehen

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Wenn ich ein Foto mache, dann passiert das teils intuitiv, teils durchdacht. Oft gehen mir dabei innerhalb von Sekunden tausend Dinge durch den Kopf. Heute gibt es also mal was ganz Verrücktes zu lesen: meine Gedankengänge beim Fotografieren.  

Als Beispiel nehmen wir dieses Familienfotos. Kurz zum Hintergrund: Die Eltern wollten die kleine Molly gerne baden, weil das für die Familie ein besonderes Ritual war, daher fand ein Teil des Shootings im Bad statt. Wir betreten also das Bad, die kleine Baby-Badewanne steht in der Dusche und die Sonne scheint durchs Fenster. Mein erster Gedanke:

"Super Licht! Lustig, dass das Bad grad der hellste Raum in der Wohnung ist. Umso besser, dass wir hier jetzt auch noch Fotos machen. Die Badewanne in der Dusche geht nicht, das ist zu dunkel. Besser genau in der Mitte vom Bad, vor der Toilette, dann haben wir die Sonne von hinten. Aber was mache ich dann mit der Toilette? Egal, muss ich halt so fotografieren, dass sie nicht mit im Bild ist."

Gesagt, getan. Sie baden die Kleine in der Mitte des Bads und ich mache eine Menge Nahaufnahmen. Dann beschließe ich, den Blickwinkel zu ändern und gehe zurück Richtung Badtür:

"Jetzt könnte ich mal von weiter weg fotografieren, sodass ich die ganze Situation drauf habe. Niedlich, wie Molly das geniesst. So ein schöner Moment. Stehen ist nicht gut, komische Perspektive. Ich hocke mich mal hin. Mist, jetzt ist meine Socke naß. Einen Schritt zurück ist glaub ich noch besser. Das Licht im Flur ist ja an. Ich mach das mal fix aus, Kunstlicht brauche ich nicht in meiner Aufnahme. Sicher ist sicher. Ja, das sieht gut aus! Jetzt noch ein bisschen tiefer gehen mit der Kamera, hm, man sieht die Toilette hinter ihm, nicht so schön. Ich rutsch mal weiter nach links. Jaaa, viel besser! Dann hab ich den Türeingang als Rahmen, oh, und die Spiegelung in der Duschtür, perfekt! Richtig schöne Komposition, das ist das Foto! Jetzt kommt grad wieder die Sonne raus, aaah, schnell die Verschlusszeit hochkurbeln [rrraaatsch], Fokuspunkt auf Molly's Gesicht [tacktacktack]. Blende f/2.5 sollte reichen, befinden sich ja alle auf einer Ebene. Wie sehen die Ecken des Bildausschnitts aus? Sieht gut aus. Keiner der Eltern redet, super. Mama sieht gut aus, Papa auch. Besser geht's nicht. Außer wenn jetzt noch Molly zu mir schauen würde... oh, sie guckt!" [Klick!]

Und was geht in Euren Köpfen so vor?

 

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