9 Profi-Tipps für Fotos in der prallen Sonne

Wie man in der Mittagszeit auch bei direktem Sonnenlicht schöne Porträts macht, darum geht es in diesem Blogartikel! Ich zeige Dir die idealen Kamera-Einstellungen für Fotos in der prallen Sonne und wie Du Grünstiche in Deinen Fotos vermeidest.

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden. Du bist mit Deinem Kind draußen, hast die Kamera dabei und möchtest einen schönen Moment festhalten. Aber Dein Kind spielt in der knalligen Sonne und das direkte Licht von oben erzeugt unschöne harte Kontraste. Wie geht man damit am besten um? Im Grunde gibt es 2 Strategien, die man anwenden kann. 

Die beste Strategie ist meiner Meinung nach, mit Gegenlicht zu fotografieren. Wenn das nicht geht, nimmt man die Situation wie sie ist und fotografiert sein Kind mit der direkten Sonne im Gesicht. Wie man mit beiden Situationen am besten umgeht, zeige ich Dir jetzt. 


STRATEGIE 1. MIT GEGENLICHT FOTOGRAFIEREN!

Eigentlich vermeide ich es immer, in der direkten Mittagssonne zu fotografieren. Wenn die Sonne tiefer steht, ist das Licht weicher, was viel besser für Kinder- und Familienfotos geeignet ist. Aber hier ließ es sich aufgrund ungünstiger Umstände nicht vermeiden.  

 Tipp 1. Fotografiere gegen die Sonne

Wenn es irgendwie geht, würde ich empfehlen, Dein Kind zunächst gegen die Sonne zu fotografieren, also mit Gegenlicht!

Fotografierst Du es nämlich von vorne, entstehen harte Schatten im Gesicht und viele Kameras haben gerade im Automatik-Modus Schwierigkeiten, ein Foto mit starken Kontrasten richtig zu belichten.

Meine wichtigsten Tipps für Aufnahmen bei Gegenlicht findest Du in diesem Blogartikel: 5 Profi-Tipps für Porträts bei Gegenlicht


 Tipp 2. Fotografiere im (Halb-)Schatten!


Ich weiß, dass man nicht immer Einfluss darauf hat, wo die Kinder gerade spielen und wo sich der perfekte Moment für ein Foto ergibt. Aber manchmal kann man die Kinder bitten, 1 bis 3 Meter weiter links oder rechts (im Schatten eines Baumes oder Strauches) zu spielen und das kann für Dein Kinderfoto einen Riesenunterschied machen! 


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 Tipp 3. Achte auf helle, reflektierende Flächen vor Deinem Fotomotiv


Wenn man Kinder in der Nähe eines grünen Baumes oder auf einem grünen Rasen fotografiert, haben sie auf den Fotos oft ein grünliches Gesicht. Wenn die Sonne den grünen Baum oder Rasen direkt anstrahlt, wird die grüne Farbe nämlich auf das Gesicht des Kindes zurück reflektiert. Das sieht nicht so dufte aus und die Hauttöne in Lightroom zu korrigieren, macht auch keinen Spaß. ⁠

Das kann man vermeiden, indem man darauf achtet, dass die grüne Fläche oder Bäume neben dem Kind auch im Schatten liegt oder etwas weiter entfernt von dem Kind.

So ein heller Sandweg, wie auf dem Foto mit dem kleinen Mädchen, funktioniert wie ein natürlicher Reflektor und reflektiert neutrales, helles Licht auf die Gesichter zurück (anstatt grünes Licht). 

Sitzt Dein Kind auf einer großen hellen Decke auf einer grünen Wiese, wird diese Decke übrigens genauso zum Reflektor, wie der helle Boden hier. 

 

Noch ein weiteres Beispiel: Auf dem Bild mit der Mama und ihrem Sohn kann man sehen, dass ich die beiden zur Mittagszeit fotografiert habe. Hinter den beiden knallte die prallen Sonne auf den grünen Rasen. Also habe ich die Familienfotos an der einzigen schattigen Stelle gemacht, die ich fand, neben diesen Rosen an der Häuserwand. Genau vor den Beiden war der Rasen zu Ende und es begann ein heller Fußweg, der wunderbar weiches, helles Licht auf die Mama und ihren Sohn zurück reflektierte.

Wie ich die Beiden zum Lachen gebracht habe? Ich die Mama gebeten, ihren Sohn mit beiden Armen nach oben zu ziehen, sodass er auf ihre Hüfte springen kann. Das fand die Beiden irre komisch und ich konnte viele fröhliche Bilder von ihnen machen.


 Tipp 4. Fotografiere im RAW-Format und/oder in Schwarzweiss! 

Manchmal läßt sich ein Grünstich nicht vermeiden oder man bemerkt erst zu Hause am Rechner beim Durchschauen der Bilder, dass die Gesichter grün sind. Ein Grünstich lässt sich dann am besten in Lightroom mit dem Temperatur- und Tonungsregler in den Grundeinstellungen sowie mit den Panelen “Teiltonung” und “Farbe” korrigieren. Wichtig ist hier aber, dass Du Deine Bilder vorher im RAW-Format aufgenommen hast! 

Hast Du nur im JPG-Format fotografiert, kannst Du Deine Kinderfotos noch retten, indem Du sie einfach in Schwarzweiss umwandelst. 

Was macht man aber, wenn es die Option Gegenlicht gar nicht gibt? Wenn man mit Gegenlicht nur den Hinterkopf auf dem Foto hätte, man sein Kind aber gerne von vorne fotografieren möchte, Sonne hin oder her ...

STRATEGIE 2. MIT DIREKTER SONNE VON VORNE

► Tipp 5. Lieber unter- als überbelichten!

Egal ob sich Dein Kind im Halbschatten, wie bei dieser Aufnahme, oder in der direkten Sonne befindet, belichte Dein Foto auf gar keinen Fall über! Weiter unten siehst Du, dass ich das Originalbild etwas zu dunkel (also unter-)belichtet habe. 

Ein zu dunkles Foto kann man ganz leicht in Lightroom aufhellen. Aber belichtet man ein Foto über, also viel zu hell, sind diese hellen Bereiche "verloren" und man bekommt sie auch nicht in der Bildbearbeitung zurück. Das ist gerade dann sehr ärgerlich, wenn man die Gesichter überbelichtet. 

 Tipp 6. Fotografiere im Manuellen Modus! 


Direktes Licht ist für die Technik Deiner Kamera eine Herausforderung, die Ihr gemeinsam am besten meistern könnt, wenn Du die Belichtung selber manuell einstellst. Wenn Du lernen möchtest, was ISO, Blende und Verschlusszeit bedeuten und wie man damit manuell gezielt die Belichtung seiner Kinderfotos steuern kann, schau gerne mal in meinen kostenlosen Baby- und Kinderfotografie Guide für Mamas an.

 Tipp 7. Nicht in die Kamera schauen! 

Wird das Gesicht Deines Kindes direkt von der Sonne angestrahlt, ist es keine gute Idee, es dazu aufzufordern, mal in die Kamera zu lächeln. Da die Sonne sehr stark blendet, wird es die Augen zusammenkneifen, was nicht die besten Voraussetzungen für ein natürliches Kinderporträt sind. 

Sitzt Dein Kind in der prallen Sonne, würde ich einfach versuchen, zu schauen, dass ich das Beste aus der Situation mache und die beste Perspektive suchen. Manchmal lohnt es sich schon, ein oder zwei Schritte zur Seite zu gehen, und das Kind leicht seitlich zur Sonne zu fotografieren, anstatt direkt von vorne. So habe ich es bei dem Sandkasten-Foto oben auch gemacht.

Foto-Spickzettel für Einsteiger für Fotos in der prallen Sonne

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 Tipp 8. Mache es Deiner Kamera leichter!

Wenn Du Dich im Manuellen Modus noch nicht sicher fühlst, speichere Dir am besten diesen Foto-Merkzettel auf dem Smartphone! Warum der A-Modus? Weil die Kamera bei so viel Licht immer eine sehr schnelle Verschlusszeit wählt. Das entscheidende ist die Blende! Die willst Du auf jeden Fall selber bestimmen, daher der A-Modus (= Zeitautomatik).

Und warum mind. Blende f/2.8? Wenn man mit einer teuren Hightech-Profi-Kamera bei strahlendem Sonnenschein fotografiert, kann man ohne Probleme auch mit großer Blende, wie f/1.8 oder f/2.2 fotografieren. Bei Kameras im mittleren und unteren Preissegment für Hobbyfotografen aber leider oft nicht. Hier werden Deine Bilder mit großer Blende (= kleine Blendenzahl) überbelichtet, also viel zu hell.⁠ 

Das liegt daran, dass teure Profi-Kameras sehr schnelle Verschlusszeiten haben, günstigere Kamera-Modelle aber nicht. Um zu verhindern, dass zu viel Licht in die Kamera kommt und Dein Bild zu hell wird, musst Du nicht nur mit der schnellsten Verschlusszeit fotografieren (was Deine Kamera im A-Modus automatisch macht), sondern auch die Blende schließen, also mind. mit Blende f/2.8 oder noch höher fotografieren. ⁠

Das ist aber bei jedem Kamera-Modell anders! Am besten probierst Du das einfach mal aus. Wenn Du merkst, dass Deine Kinderfotos im A-Modus mit ISO 50 - 100 und bei Blende f/2.8 viel zu hell werden, nimmst Du f/3.5. Immer noch zu hell? Versuch's mal mit f/5.6. Blende f/2.8 klappt gut? Dann fotografiere ruhig mal mit f/2.2. ⁠

Nicht vergessen: Dies sind nur Richtwerte, die Euch das Fotografieren in der direkten Sonne erleichtern sollen. Ein gut belichtetes Foto hängt von vielen Faktoren ab und auch diese Einstellungen sind keine Garantie, dass jedes Kinderfoto ein Treffer wird. Noch besser klappen Kinderfotos bei sehr viel Sonnenschein mit dem Manuellen Modus. Auf meinem Blog gibt es eine 6-teilige Blogserie dazu! 

 Bonus Tipp 9. Das Geheimnis für kontrastreiche Porträts


Wenn Du Porträts bei Gegenlicht machst, wirst Du schnell feststellen, dass die Aufnahmen oft flach und kontrastarm aussehen.

Porträt bei Gegenlicht (Vorher)

Porträt bei Gegenlicht (Vorher)

 
Porträt bei Gegenlicht (Nachher)

Porträt bei Gegenlicht (Nachher)

Wie Du auch bei Gegenlicht Kinderbilder mit schönen Kontrasten machst, verrate ich Dir in meinem eBook “Das Geheimnis für brillante, kontrastreiche Fotos bei Gegenlicht”, das Du Dir hier kostenlos herunterladen kannst.

In diesem eBook findest Du Antworten auf diese Fragen:

  • Der Autofokus versagt oft, ich fotografiere dann manuell. Gibt’s da einen Trick?

  • Wie schaffst Du es, dass die Personen im Gegenlicht so brillant abgebildet werden?

  • Meine Ränder brennen oft aus. Wie vermeide ich ausgefranste Ränder?

  • Deine Gegenlicht Portraits sehen so knackscharf aus, bei mir eher verwaschen, woran liegt das?


Wer ist Leni Moretti?

Ich bin Mama eines kleinen Sohnes, fotografiere seit 2013 Babys und Familien und zeige Mamas seit vielen Jahren auf meinem Foto-Blog, auf Instagram, in meinem Kinderfotografie Newsletter und in meinem Online-Fotokurs für Eltern , wie sie mit ihrer Kamera selbst schöne Kinderfotos machen. 💛

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