5 Fehler, die Du bei Kinderporträts vermeiden solltest

Kinderfotos selber zu machen ist gar nicht so einfach. Heute zeige ich Dir, mit welchen Einstellungen Dir schöne Kinderbilder im Familienalltag gelingen und welche 5 Fehler Du bei Kinderporträts lieber vermeiden solltest. 

 

1. In der prallen Sonne fotografieren

Denkst Du auch, wie die meisten Foto-Anfänger, dass man viel Sonne für schöne Kinderfotos braucht? Das ist ein Irrtum!

Es ist viel leichter, Kinder bei bewölktem Himmel oder im Schatten zu fotografieren. Egal ob Du im Automatik-Modus fotografierst oder Dich mit Blende und Verschlusszeit im Manuellen Modus ausprobierst, geh auf jeden Fall raus aus der Sonne!

Die direkte Sonne erzeugt gerade um die Mittagszeit sehr hartes Licht und starke Kontraste, womit die Kameratechnik oft Schwierigkeiten hat. Das Resultat: Kinderbilder, die über- oder unterbelichtet sind.

Ein weiterer Nachteil: Wenn Du Dein Kind bei strahlendem Sonnenschein auf einem grünen Rasen fotografierst, reflektiert das Licht die grüne Farbe des Lichts und die Haut Deines Kindes bekommt einen Grünstich. 

Wie fotografiert man also bei Sonnenschein? Ich fotografiere in der Sonne am liebsten mit Gegenlicht. Das klappt am besten im Manuellen Modus. Oder ich suche mir weiches Licht im Schatten, was für Kinderporträts besser geeignet ist, wie auf den beiden Fotos unten. Das funktioniert auch gut im (Halb)Automatik-Modus.

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2. Kinder in Bewegung drinnen fotografieren

Die meisten Foto-Anfänger fangen mit einfach Fotomotiven an. Blumen oder Tassen. Meistens mit Dingen, die sich nicht bewegen. Und gerne draußen, wo es schön hell ist.

Eltern nicht. Sie fangen mit dem schwierigsten Fotomotiv an. Kinder, die selten still sitzen und wie ein Flummi durch die Gegend hüpfen. Gerne drinnen, bei wenig Tageslicht. Dann wundern sie sich, dass 99% aller Fotos unscharf werden und denken, das ist zu kompliziert. 

Es liegt nicht an Dir! Wenn ich Kochen lernen will, fange ich ja auch nicht mit dem Weihnachtsbraten an. Ich koche erstmal Nudeln mit Pesto. Ich fange mit etwas Einfachem an! Und das solltest Du auch.

Am besten lernt man, was es mit ISO, Blende und Zeit auf sich hat, indem man Gegenstände (und Kinder) fotografiert, die sich nicht bewegen. Bei möglichst viel Licht, also am besten draußen! Und wenn man das dann kann, klappt es irgendwann auch mit den Action-Fotos in der Wohnung. 

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3. Zu wenige Bilder machen

Warte nicht zu lange auf den perfekten Moment, sondern mache lieber zu viele, als zu wenige Bilder. Vor allem bei schwierigen Lichtsituationen oder Fotos mit viel Bewegung im Bild lohnt es sich, einmal mehr auf den Auslöser zu drücken. 

Wenn Du den Hintergrund bei Deinen Kinderfotos schön verschwimmen lassen möchtest, fotografierst Du mit großer Blende. Warum das so ist, kannst Du hier genauer nachlesen: {Teil 3} Blogserie Manuell fotografieren - Blende und Schärfentiefe.

Je größer Deine Blende, desto schwieriger wird es aber, richtig scharf zu stellen. Klappt es mit dem Autofokus nicht, wird das Kinderfoto unscharf. Auf den richtigen Moment warten, einmal scharf stellen und dann den Auslöser drücken, ist also nicht so optimal. Wenn die Kleinen sehr schnell durch die Gegend flitzen, würde ich Dir empfehlen, die Kamera auf den Serienaufnahme-Modus zu stellen und den mitführenden Autofokus zu aktivieren. So erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit, dass ein paar scharfe Bilder dabei sind.

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4. Mit zu großer Blende fotografieren

Wenn man einmal die Blende entdeckt hat und wie schön man damit Unschärfe in seine Kinderfotos zaubern kann, gibt es kein Zurück mehr. Manchmal ist es aber etwas zu viel des Guten. Nämlich dann, wenn Deine Blende zu groß ist.

Kann man mit zu großer Blende fotografieren? Ja, kann man.

Mit sehr großer Blende richtig scharf zu stellen, erfordert eine Menge Übung. Das ist selbst für Profi-Fotografen eine Herausforderung und einer der Gründe, warum ich mit meinem 50mm-Objektiv lieber mit Blende f/2.2 anstatt der größten möglichen Blende f/1.4 fotografiere.  Bei Blende f/1.4 ist nur ein ganz kleiner Bereich im Fotos scharf, je nachdem wie dicht Du an Deinem Fotomotiv dran bist. Mache es Dir also nicht so schwer und nimm öfter mal eine kleinere Blende (= große Blendenzahl)!

Bei meinen Shootings mache ich es übrigens so, dass ich zu 80% mit einer Blende von f/2.2 bis f/2.5 fotografiere. Erst wenn ich die sicheren Motive im Kasten habe, fotografiere ich mit Offenblende, also f/1.4 oder f/1.8.

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5. Im Automatik-Modus fotografieren

Kinder mit dem Automatik-Modus zu fotografieren, ist wie Auto fahren mit angezogener Handbremse. Du hast ein wahnsinnig tolles Werkzeug in der Hand und nutzt nur 5% seines Potentials. Das ist jammerschade, wirklich wahr.

Egal ob Du mit einer kleinen Kompaktkamera, einer Systemkamera oder Spiegelreflexkamera fotografierst: Mit den digitalen Kameras von heute kann man richtig tolle Fotos machen – wenn man ein bisschen Ahnung von ISO, Blende und Verschlusszeit hat. So kompliziert ist das nicht.

Hier kannst Du Dir meine gesamte 6-teilige Blogserie zur Manuellen Fotografie kostenlos als 50-seitiges eBook herunterladen:

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Im Herbst 2018 zeige ich Dir in meinem Online-Fotokurs für Eltern Schritt für Schritt alles, was Du für schönere Kinderbilder brauchst, und in welcher Reihenfolge. In 8 Module schauen wir uns erst die Grundlagen und das Licht an, dann den ISO, dann die Blende, die Verschlusszeit, den Manuellen Modus, den Autofokus, die Bildgestaltung und wie man seine Kinderfotos in Lightroom (noch mehr) zum Strahlen bringt. 

Hier bekommst Du einen kleinen Einblick, was Dich in diesem Fotokurs erwartet: